Liebe Freunde der Stiftung 100,

Dieser Tage feiern wir Ernte Dank, ein Fest der Fülle an guten Gaben Gottes. In Bangladesh, dem bevölkerungsreichsten Land der Welt leben Dreiviertel aller Menschen von der Landwirtschaft, ihr Überleben hängt an einem kleinen Stück Land, das ihnen oft nicht gehört. Bangladesh ist mit fruchtbarem Boden gesegnet, bis zu drei Ernten im Jahr sind möglich. Das Leben von Millionen Menschen hängt unmittelbar am Ernte-Ertrag: ist er gut, bedeutet es, dass die Familien vielleicht drei Reismahlzeiten täglich haben. Drei Mal am Tag Reis essen zu können ist in Bangladesh ein Zeichen von bescheidenem Wohlstand. Eine gute Ernte bedeutet, dass vielleicht genug Geld da sein wird, damit die Kinder weiterhin die Schule besuchen können. Dass man vielleicht endlich den längst überfälligen Arzttermin bezahlen kann und gesund wird, dass man vielleicht wieder die Medikamente für die alte Mutter kaufen kann, für die es allzu oft nicht reicht. Dass man seine 14-jährige Tochter dieser Tage noch nicht verheiraten muss, damit man einen Esser weniger am Tisch hat.
Die fruchtbare Erde hat Bangladesh dem Monsun zu verdanken – der jährlichen Regenzeit von Juni bis September, die über die großen Flüsse, die das Land durchfliessen, fruchtbare Sedimente von den Hängen des Himalaya mitbringt und auf den Äckern der Bauern ablagert. Ab Mai beten die Menschen in Bangladesh, dass der Regen bald kommen möge. In Zeiten des Klimawandels kommt der Monsun nicht mehr mit der gewohnten jahrtausendelangen Regelmässigkeit. Es gibt Jahre, da fällt viel zu wenig Regen. Immer wieder kommt es aber auch wie jetzt im Sommer 2017 zu verheerenden Überschwemmungen, weil die gesamte Regenmasse in wenigen Wochen fällt, statt stetig über drei Monate hinweg. Die Armen, die in den Flusstälern siedeln, weil sie kein Land haben, werden unmittelbar in ihrer Existenz getroffen. Sie müssen ihre Hütten verlassen und das Vieh hastig unter Wert verkaufen, weil es krank wird und das Weideland unter Wasser steht. Ihre Felder werden zerstört, die Lebensgrundlage, oft schon auf Kreditbasis gepflanzt, ist vernichtet. Die Ernährungssicherheit der Familie auf Monate, wenn nicht Jahre, in den schlammigen Fluten untergegangen.

Diese Bilder zeigen unsere überflutete Projektregion.



MATI (zu deutsch „Erdboden“), die kleine Entwicklungshilfe Organisation, die ich seit 12 Jahren gemeinsam mit meinem bengalischen Mann leite, arbeitet direkt an der Seite der Bauern und ihrer Familien. In unserer Projektregion im mittleren Norden Bangladeshs um das Dorf Huzurikanda mit 20.000 Einwohnern, sind fast alle Familien von der Flut betroffen. Sie haben viel, manche alles verloren, was sie sich in den letzen Jahrzehnten auch mit unserer Unterstützung mühsam aufgebaut haben. Wir müssen ihnen dabei helfen, Saatgut für die Rekultivierung ihrer Felder zu kaufen. Normalerweise bleibt armen Menschen in einer Notlage in Bangladesh nur der örtliche Kredithai mit Zinsen von 120% im Jahr oder mehr. Dies führt die Familien in eine Schuldenfalle, aus der sie nur sehr schwer wieder herauskommen. MATI hilft daher seit vielen Jahren bewährt mit zinslosen Darlehen. Kultivierungshilfe für eine Familie kostet etwa 50 – 100 €, je nach Größe des Feldes. Auch ärztliche Hilfe wird dringend benötigt, die wir über unsere kleine Ambulanz in die Wege leiten können. Aber wir brauchen dringend zusätzliche Mittel für Medikamente und medizinisches Personal. Mit ihrer Spende, die zu 100% bei den betroffenen Menschen vor Ort ankommt, helfen Sie, dass auch die Menschen in Huzurikanda bald wieder für eine gute Ernte danken können.

Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Unterstützung,
Andrea Rahaman

 

 

 

MATI versorgt die Menschen mit dringend benötigten Lebensmittelrationen an Reis und Linsen. Wenn das Wasser abfliesst, beginnt dann die nachhaltige Wiederaufbauhilfe.
Spenden bitte unter dem Stichwort „MATI Fluthilfe“ auf das Konto der Stiftung 100:

IBAN: DE66 4306 0967 7918 9351 00 * BIC: GENODEM1GLS